So können Handwerksbetriebe richtig „Kohle“ sparen.
So können Handwerksbetriebe richtig „Kohle“ sparen.

Viele Heizsysteme verbrennen mehr Geld als gut ist für die Firmenkasse. Moderne Brennwerttechnik kombiniert mit Abwärme, Wärmepumpen und einem optimierten Verteilernetz können Betriebskosten deutlich verringern. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihren Betrieb effizient auf Sparflamme umstellen können.

„Je älter die Heizanlage, desto mehr ist sie ein Energieverschwender!“. Das ist ein alter Hut und deshalb wollen wir hier auch nicht darauf herumreiten. Unser Blog-Beitrag mit dem Titel „So können Handwerksbetriebe richtig Kohle sparen“ ist Programm. Fangen wir gleich mit ein paar Spar-Tipps an, die Sie sofort, im Handumdrehen und ohne Investitionen umsetzen können:

 

Sparmaßnahmen, die sofort wirken.

Zuviel Wärme im Büro und in der Werkstatt tut weder der Konzentration, noch dem Geldbeutel gut. Wussten Sie, dass jedes Grad Raumtemperatur weniger bis zu 6 % Energie spart? Die Temperatur in Arbeitsräumen sollte zwischen 20° und 22° Celsius liegen. Mehr Wärme macht nur müde. Einfach öfter mal Raumtemperatur messen, mit den Kollegen reden und an Reglern drehen. Zusätzlich ist tägliches Stoßlüften über wenige Minuten gut für das Wohlbefinden, die Konzentration und die Leistungsfähigkeit. Thermostatventile am besten kurz vor dem Lüften zudrehen. Nachts sollte die Temperatur abgesenkt werden. Ein elektronischer Thermostat mit Zeitschaltuhr erledigt das automatisch. Außerdem lohnt es sich, die Fenster – vor allem die hinter den Heizkörpern – zusätzlich mit selbstklebenden Schaumstoffstreifen abzudichten. So heizen Sie weniger zum Haus raus. Das sind kleine Maßnahmen, die kurzfristig große Wirkung zeigen.

 

Langfristig Energie sparen mit dem passenden Heizsystem

Moderne Heizsysteme wie Brennwertkessel und Wärmepumpen sparen bis zu 35% Energiekosten – Jahr für Jahr für Jahr. Am energieeffizientesten ist die Erdgas-Brennwerttechnik. Denn dabei werden fast 100% der Erdgasenergie in Heizwärme umgewandelt. Eine weitere Steigerung der Energieeffizienz ist möglich, wenn Sie Ihr Heizsystem mit Abwärme und Wärmepumpen koppeln. Ist Ihnen das Prinzip Wärmepumpe bekannt? Wärmepumpen erzeugen Wärme (ca. 50 °C) mittels Kompression. Elektrische Kompressionswärmepumpen punkten zudem mit einem niedrigen Arbeitsgeräusch und geringem Wartungsaufwand. Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) empfiehlt sich, wenn Sie gleichzeitig Wärme und Strom erzeugen wollen, den Sie selbst verbrauchen. Bei einem BHKW werden rund 2/3 Wärme und 1/3 elektrische Energie erzeugt. Damit Ihr Heizsystem wirtschaftlich optimal arbeiten kann, muss zudem das Wärmeverteilnetz optimiert werden. So sollten nicht oder nur gering wärmegedämmte Rohre und Schächte unbedingt nachgerüstet werden. Außerdem sollten Umwälzpumpen, die das Warmwasser zu den Heizstrahlern und –körpern liefern, installiert werden, deren Leistung auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt ist. Vorhandene bzw. alte Pumpen sind meistens überdimensioniert, sie verbrauchen daher bis zu 70% mehr Strom als nötig.

 

Jeder Handwerksbetrieb hat andere Räumlichkeiten und unterschiedliche Arbeitsbedingungen.

Darum sollte auch die Heizungsart immer auf die jeweiligen Betriebsprozesse abgestimmt werden. Auf die fünf wichtigsten Heizungsarten wollen wir hier eingehen:

 

Direkt befeuerte Warmluftheizungen

Prinzip: Luft wird als Wärmeträger mit Ventilatoren durch die Räume befördert. Je nach Außenluftanteil wird die Luft teilweise oder sogar vollständig im Kreislauf geführt. Es wird zwischen dezentralen und zentralen Warmlufterzeugern unterschieden, die entweder mit Strom, fossilen Brennstoffen oder mit nachwachsenden Brennstoffen wie zum Beispiel Pellets betrieben werden. Vorteil von Warmluftheizungen: Sie produzieren eine relativ gleichmäßige Wärmeverteilung und können mit Lüftungssystemen und Luftreinigungsanlagen kombiniert werden.

 

Strahlungsheizungen

Prinzip: Es gibt Warmwasser- und Infrarotsysteme, die in Hell- und Dunkelstrahler unterteilt werden. Hellstrahler erhitzen mit Gas eine Keramikplatte. Ein Reflektor lenkt die Wärme der Platte auf die zu erwärmende Fläche. Je nach Reflektorengröße und –ausrichtung kann flächendeckend oder auch punktgenau beleuchtet werden. Wirkungsgrad von Hellstrahlern: 95%. Hellstrahler sind ideal für den Einsatz in Hallen mit über 8 m Deckenhöhe. In Dunkelstrahlern durchströmen heiße Gase Stahlröhren. Sie arbeiten mit einer geringeren Oberflächentemperatur als Hellstrahler, dafür beheizen sie größere Flächen. Dunkelstrahler kommen ab einer Deckenhöhe von 4 m zum Einsatz. Vorteil von Strahlungsheizungen: Kaum Wärmeverlust bei häufig geöffneten Hallentoren. Außerdem wirbeln sie – anders als Warmluftheizungen – keinen Staub auf.

 

Deckenstrahlplatten

Prinzip: Deckenstrahlplatten werden von heißem Wasser, Thermoöl oder Dampf durchströmt. Vorteil: Ungefähr 70% der erzeugten Wärme wird als Strahlung abgegeben. Abhängig von Raumvolumen und –höhe müssen bis zu 20 % der Deckenfläche mit Platten ausgestattet werden.

 

Fußbodenheizungen

Prinzip: Zentral erzeugtes Warmwasser fließt durch Röhren. Die Temperaturen liegen bei der industriellen Anwendung unter 45 °C. Vorteil: Industrielle Fußbodenheizungen eignen sind gut für die Kombination mit Brennwertkesseln, Wärmepumpen, Solarthermie und Prozessabwärme mit niedrigen Temperaturen.

 

Brennstoffzellenheizungen

Prinzip: In einer Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff aus Erdgas mit einem Oxidationsmittel, z.B. Sauerstoff. Diese Reaktion wird „kalte Verbrennung“ genannt. Vorteil: Es entstehen dabei gleichzeitig Strom und Wärme. Deshalb sind Brennstoffzellen besonders energieeffizient.

 

Das Wichtigste zum Schluss: Energieeffizienz wird großzügig gefördert und bezuschusst.

Energie und CO2 – weniger ist mehr! Sprich: Je weniger Energie  Ihr Betrieb benötigt, desto mehr wird Ihre Investition, zum Beispiel in Maßnahmen zur Reduzierung Ihrer Heizkosten, gefördert und mit barem Geld bezuschusst – bereits bei kleinen Investitionssummen. Was zählt, ist die Einsparung. Schon ab 10 % weniger Energieverbrauch können Sie Förderungen und Zuschüsse erhalten.

 

Fragen Sie doch einfach Ihren KEFF Effizienzmoderator. Er führt Sie sicher durch den „Förder- und Zuschussdschungel“ und empfiehlt Ihnen die für Ihren Betrieb richtigen Programme.

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