Öfter mal abschalten.
Öfter mal abschalten.

Achtung: Computer und andere IT-Geräte sind heimliche Stromvielfraße. Selbst im Ruhezustand, zum Beispiel nach Feierabend oder am Wochenende, saugen sie Energie – mehr als Ihnen recht sein kann. Dieser KEFF Blogbeitrag erklärt Ihnen wie Sie Ihre IT energieeffizienter nutzen können. Oft müssen Sie zur richtigen Zeit nur ein paar Stecker ziehen.

Damit Sie ein Gefühl für die Menge bekommen, die moderne IT an Strom verschlingt, hier ein kleiner Vergleich: Wäre das Internet eine Nation, dann hätte sie den weltweit sechsthöchsten Stromverbrauch. Die Hauptstromverbraucher des Internets sind die Rechenzentren mit tausenden von Servern, die nonstopp in Betrieb sind und dabei Unmengen an Strom verbrauchen. Ein Beispiel: Allein die deutschen Rechenzentren haben einen Energiebedarf von derzeit zehn bis fünfzehn Terawattstunden. Um den Energiebedarf sämtlicher Rechenzentren auf der Welt zu decken, müssten 25 Atomkraftwerke ausschließlich fürs Internet produzieren. Ein weiteres Beispiel: Der Google Konzern saugt so viel Strom wie eine 200.000-Einwohner-Stadt. Und jetzt:

 

Rechnen Sie diese unglaubliche Energie-Menge einmal in CO2 um!

Angesichts dieser Dimensionen fragt man sich zurecht: Was kann man als (Handwerks)-Betrieb tun, um diesem gigantischen Energiehunger und der dadurch verursachten CO2-Belastung ein klein wenig entgegenzuwirken? Die Antwort: Ganz schön viel. Energiebedarf entsteht immer an der Basis, also bei den Anwendern. Bei Ihnen, bei uns, bei allen, die mit einem Computer arbeiten. Folgen Sie unseren 10 Tipps und schrumpfen Sie damit nicht nur Ihren ökologischen Fußabdruck, sondern auch Ihre Stromrechnung.

Tipp 1. Computer, WLAN und Fax öfter mal abschalten

Prüfen Sie, welche Geräte Sie nach Feierabend und an den Wochenenden wirklich benötigen. Sie werden feststellen: Eigentlich wenige! Schalten Sie sie ab. Allein das „Runterfahren“ Ihres WLAN-Routers übers Wochenende oder während der Betriebsferien spart eine Menge Energie. Fragen Sie sich auch kritisch, ob es Geräte gibt, die Sie gar nicht mehr benötigen. Faxgeräte beispielsweise. Denn Faxe können Sie auch mit dem Computer empfangen und senden.

Tipp 2. Geräte zentralisieren

Nicht jeder Arbeitsplatz braucht einen eigenen Drucker oder einen Scanner. Zentralisieren Sie Ihre Peripheriegeräte in einem Netzwerk, sodass sie von mehreren Mitarbeitern genutzt werden können.

Tipp 3. Serverstruktur ausdünnen

Virtualisieren Sie Ihre Server. Das bedeutet: Übertragung mehrerer Server auf einen einzigen leistungsstarken Server. Anschließend können Sie diese Server abschalten, weil der leistungsstarke Server deren Funktionen virtuell übernimmt. So können Sie den bisherigen Server-Stromverbrauch halbieren. Abhängig von der Größe Ihrer Firma bietet sich auch ein NAS (Network Attached Storage) an. Damit sparen Sie noch mehr Energie.

Tipp 4. Prozesse automatisieren

Wiederkehrende IT-Prozesse wie z.B. Backups können automatisiert durchgeführt werden. Beispielsweise dann, wenn Ihr System freie Kapazitäten hat. So nutzen Sie bestehende Ressourcen effizienter. In kleineren Betrieben gibt es fast immer freie Rechner-Kapazitäten. Achten Sie darauf, dass die Prozesse tagsüber im Hintergrund laufen, sodass Sie Ihre IT nachts und am Wochenende abschalten können.

Tipp 5. Datenverwaltung optimieren

Wenn Mitarbeiter dieselben Dokumente an verschiedenen Stellen speichern, beansprucht das unnötig viel Speicher, schmälert die Rechenleistung und verbraucht mehr Energie. Nehmen Sie das Datenmanagement in Ihrem Unternehmen einmal richtig unter die Lupe und optimieren Sie es gegebenenfalls.

Tipp 6. Open Source Software verwenden

Open Source Software ist zum einen kostenlos und kann zum anderen (dank der offenen Quellcodes) flexibel genutzt werden. Vor allem bei Server-Betriebssystemen, Webservern und Datenbanken gilt Open Source Software als die effiziente Alternative. Vorteil: Die Hardware leistet mehr. So können Sie auch ältere Hardware länger verwenden, als Ihnen mancher Verkäufer gerne weis machen will. Kurz: Mit Open Source Software sparen Sie doppelt. Lassen Sie die Möglichleiten des Einsatzes von Open Source Software am besten von einem IT-Profi Ihres Vertrauens prüfen.

Tipp 7. Hardware richtig dimensionieren

Viel Hardware, viel Software, viel Geldverschwendung. Prüfen Sie daher genau, welche Ausstattung an welchem Arbeitsplatz wirklich benötigt wird. Für Office-Programme, E-Mails und Internet genügen sogenannte Mini-PCs. Sie kommen mit 15 bis 25 Watt aus – Desktop-Computer brauchen 50 bis 100 Watt und Laptop 30 bis 50 Watt. Noch genügsamer sind Thin Clients. Das sind Computer, die nur mit Monitor, Tastatur, Maus und Kopfhörern ausgestattet sind. Die Programme liegen auf einem Server, auf den Ihre Mitarbeiter via Remote-Desktop zugreifen können. Vorteil von Thin Clients: Niedriger Energieverbrauch und geringere Hardwarekosten.

Tipp 8. Multifunktionsgeräte anschaffen

„Alleskönner“ wirtschaftlicher als Einzelgeräte. Denn Scannen, Drucken und Kopieren mit einem einzigen Gerät spart Strom.

Tipp 9. Energieeffiziente Drucker wählen

In den meisten Büros werden heute Laserdrucker verwendet. Warum eigentlich? Tintenstrahldrucker haben einen regelrechten technologischen Quantensprung gemacht und sie punkten mit einer definitiv besseren Energieeffizienz: Tintenstrahler benötigen im Schnitt 10 bis 20 Watt, Laserdrucker 300 bis 400 Watt. Noch Fragen?

Tipp. 10. Gebrauchte IT nutzen

Oft sind gebrauchte Rechner leistungsstark genug für die jeweiligen Ansprüche. Vor allem, wenn sie von einem Experten aufbereitet (refurbished) worden sind. Diese Alternative ist günstiger und effizienter. Zudem kann der Computer, dem Sie ein zweites Leben schenken, genau Ihren spezifischen Anforderungen angepasst werden. So werden Ressourcen geschont, und es entsteht weniger Elektromüll.

 
Das Wichtigste zum Schluss: Energieeffizienz wird großzügig gefördert und bezuschusst.

Energie und CO2 – weniger ist mehr! Sprich: Je weniger Energie  Ihr Betrieb benötigt, desto mehr wird Ihre Investition, zum Beispiel in Maßnahmen zur Reduzierung Ihrer IT-Energiekosten, gefördert und mit barem Geld bezuschusst – bereits bei kleinen Investitionssummen. Was zählt, ist die Einsparung. Schon ab 10 % weniger Energieverbrauch können Sie Förderungen und Zuschüsse erhalten.

 

Fragen Sie doch einfach Ihren KEFF Effizienzmoderator. Er führt Sie sicher durch den „Förder- und Zuschussdschungel“ und empfiehlt Ihnen die für Ihren Betrieb richtigen Programme.

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